Wälder

Waldbrände


2019 tobten Feuer nie geahnter Größenordnungen. Tiere verloren ihr Zuhause. Menschen rangen in rauchvergifteten Gebieten um Luft. Die riesigen Waldbrände vernichteten 2019 so viel – und demonstrierten den tödlichen Kreislauf: Durch Dürre und Trockenheit macht der Klimawandel neue Waldbrände wahrscheinlicher und lässt riesige Gebiete noch schneller in Flammen aufgehen; die Brände selbst tragen wiederum zur Klimaerhitzung bei. Mit den Wäldern verlieren wir wiederum wichtige Alliierte im Kampf für ein gesundes Weltklima.

Manche Brände haben natürliche Ursachen wie Blitzschläge. In trockenen Gebieten gehören Brände sogar zum natürlichen Kreislauf und sorgen für regelmäßige Erneuerung. In feuchten und tropischen Wäldern allerdings gibt es keine natürlichen Großbrände. Die Tropenwälder brennen nur, weil sie gezielt für den Profit angezündet werden. Und da die Brände dort nicht zum natürlichen Kreislauf gehören, erholen sich die Wälder auch nicht mehr. Was einmal verbrannt ist, bleibt zerstört.


Wälder

Waldbrände


2019 tobten Feuer nie geahnter Größenordnungen. Tiere verloren ihr Zuhause. Menschen rangen in rauchvergifteten Gebieten um Luft. Die riesigen Waldbrände vernichteten 2019 so viel – und demonstrierten den tödlichen Kreislauf: Durch Dürre und Trockenheit macht der Klimawandel neue Waldbrände wahrscheinlicher und lässt riesige Gebiete noch schneller in Flammen aufgehen; die Brände selbst tragen wiederum zur Klimaerhitzung bei. Mit den Wäldern verlieren wir wiederum wichtige Alliierte im Kampf für ein gesundes Weltklima.

Manche Brände haben natürliche Ursachen wie Blitzschläge. In trockenen Gebieten gehören Brände sogar zum natürlichen Kreislauf und sorgen für regelmäßige Erneuerung. In feuchten und tropischen Wäldern allerdings gibt es keine natürlichen Großbrände. Die Tropenwälder brennen nur, weil sie gezielt für den Profit angezündet werden. Und da die Brände dort nicht zum natürlichen Kreislauf gehören, erholen sich die Wälder auch nicht mehr. Was einmal verbrannt ist, bleibt zerstört.

Die Welt steht in Flammen


  • Amazonas: Um 145 Prozent nahmen die Brände im Amazonas 2019 gegenüber dem Vorjahr zu. Agrarriesen lassen die Regenwälder für gewaltige Weiden und Plantagen abholzen – der Hunger der Welt nach Fleisch zerstört den Regenwald. Die Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro betrachtet den Wald nicht als schützenswert, sondern als Ressource, die gnadenlos ausgebeutet werden soll.

  • Kongo: Der zweitgrößte Regenwald der Welt befindet sich entlang des Kongoflusses in Afrika. In seinen Torf-Böden werden gewaltige Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Doch für Tropenholz, Gummi und Landwirtschaft fallen immer größere Gebiete des Waldes – und durch den Klimawandel brennt auch das Buschland rundherum.

  • Indonesien: In Indonesien verbrannten 2019 Flächen, die so groß sind wie 146 Fußballfelder – und das pro Stunde! Die Wälder werden gezielt zerstört, um Palmöl-Plantagen Platz zu machen. Orang-Utans, Nashörner und viele andere Tiere verlieren ihr Zuhause – für Palmöl, das dann in Essen, Kosmetika oder im Tank landet.
  • Russland: In Sibirien verwüsteten Brände im Sommer 2019 eine Fläche, die größer ist als das ganze Land Kroatien. Die Brände sind vor allem auf menschliche Unachtsamkeit zurückzuführen, können aber auch natürliche Ursachen haben. Ein Gesetz ermöglichte es Gouverneuren, keine Brandbekämpfung durchzuführen, wenn Menschen „nicht unmittelbar bedroht“ und die Kosten höher als die wirtschaftlichen Schäden sind. Dadurch und durch die Trockenheit breiteten sich die Feuer so weit aus, dass am Ende die Armee eingesetzt werden musste, um sie unter Kontrolle zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt hingen bereits dichte Rauchschwaden über den Städten und sorgten bei den BewohnerInnen wochenlang für Atemprobleme.
  • Australien: Die verheerenden Brände in Australien begannen 2019 bereits im australischen Frühling, früher als je zuvor. Hunderte Millionen Tiere kamen um. Wegen enormer Hitze (bis zu 45° Celsius) infolge des Klimawandels breiten sich durch menschliche Unachtsamkeit oder andere Gründe ausgelöste Brände gewaltig aus. Als riesiger Kohleexporteur befeuert Australien jedoch selbst diese tödliche Klimaerhitzung. Die Regierung ist eng mit der Industrie verflochten, sodass der Umstieg Australiens auf erneuerbare Energien weiterhin verzögert wird.

Einsatz & Erfolge


Greenpeace setzt sich mit ganzer Kraft ein, die Wälder der Welt zu schützen. Und das auf allen Ebenen, vom direkten Einsatz vor Ort bis zum Kampf um bessere Gesetze:

  • Im persönlichen Einsatz bekämpfen die Greenpeace-Feuerlöschteams vor Ort Brände und klären über die Bekämpfung von Großfeuern auf.

  • Gemeinsam mit hunderttausenden Menschen übt Greenpeace Druck aus, um Gesetze zu verbessern. So müssen Brände in Sibirien künftig schon früh bekämpft werden. Weiters wollen wir erzielen, dass die europäische Entwaldungsrichtlinie zu einem starken Schutzinstrument für die Wälder wird.

  • Mit fundiertem Wissen und Petitionen treiben wir die Errichtung von Schutzgebieten voran. In Russland alleine wurden so 2019 über 300.000 Hektar Wald unter Schutz gestellt.
  • Greenpeace stellt Konzerne wie Nestlé und Unilever ins Scheinwerferlicht. So können sie sich nicht aus ihrer Mitverantwortung für die durch Palmöl-Plantagen verursachte Zerstörung drücken.

  • Auch die falschen Versprechen von irreführenden Gütesiegeln werden von uns aufgedeckt, beispielsweise beim angeblich für nachhaltiges Palmöl stehenden RSPO-Siegel, welches allerdings keinerlei wirksame Kriterien besitzt.

  • Ein zentraler Punkt unserer Arbeit für den Schutz der Wälder ist auch der Einsatz gegen die Klimaerhitzung, welche Waldbrände befeuert.

2019 war ein schlimmes Jahr für die Wälder unserer Erde. Doch dank der Millionen UnterstützerInnen konnte Greenpeace viel erreichen – und wird dies auch in Zukunft tun.

Wälder in Polen


Umweltschutz über politische Interessen in Polen

2019 entwickelte sich die Waldkampagne in Polen zu einer breiteren Naturschutzkampagne weiter. Wir deckten schwerwiegende Versäumnisse des polnischen Naturschutzsystems auf und präsentierten Lösungen zum Wohle der Umwelt und der Gesellschaft. Anfang des Jahres setzten wir uns für den Schutz der Wildschweine ein, die zum politischen Spielball geworden waren.

Um sich bei der anstehenden Wahl die Stimmen von LandwirtInnen und JägerInnen zu sichern, beschlossen der Landwirtschafts- und der Umweltminister Polens ganz ohne wissenschaftliche Fundierung eine enorme Reduktion der Wildschweinbestände. Wir machten die skandalöse Entscheidung publik und leisteten Überzeugungsarbeit, um EntscheidungsträgerInnen zu zeigen, dass Wildtiere nicht politischen Machtspielen zum Opfer fallen dürfen. Einige Zeit später deckten wir ähnliche Probleme hinsichtlich der Pläne für die Wolfs- und Bisonpopulationen auf.

Darüber hinaus setzten wir uns auch gegen den geplanten Vistula-Spit-Kanal ein. Die Regierung will dort aus politischem Kalkül eine wunderschöne, wilde Küstenlandschaft zerstören. Das Projekt würde nicht nur der Umwelt und der lokalen Bevölkerung schaden, sondern ergibt auch wirtschaftlich betrachtet keinen Sinn. Um die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit auf die desaströsen Pläne zu lenken, wandten wir uns sowohl an die nationalen Medien als auch an die Europäische Kommission, damit sie überprüft, ob das Projekt gegen EU-Recht verstößt.

Um uns für einen besseren Schutz des Białowieza-Urwalds einzusetzen, nahmen wir an der Sitzung des UNESCOKomitees in Aserbaidschan teil und drängten auf eine möglichst waldfreundliche finale Entscheidung. Im Sommer wirkten wir an zwei Veranstaltungen mit, die sich an lokale Gemeinden und TouristInnen in Białowieza richteten und die Wichtigkeit eines umfassenden Waldschutzes betonten. Daneben leisteten wir auch kontinuierliche politische und kommunikative Arbeit, um das Risiko neuerlicher Abholzung im großen Stil zu minimieren, nachdem es uns Anfang 2018 bereits gelungen war, die Zerstörung des Waldes zu stoppen.

Um sich bei der anstehenden Wahl die Stimmen von LandwirtInnen und JägerInnen zu sichern, beschlossen der Landwirtschafts- und der Umweltminister Polens ganz ohne wissenschaftliche Fundierung eine enorme Reduktion der Wildschweinbestände. Wir machten die skandalöse Entscheidung publik und leisteten Überzeugungsarbeit, um EntscheidungsträgerInnen zu zeigen, dass Wildtiere nicht politischen Machtspielen zum Opfer fallen dürfen. Einige Zeit später deckten wir ähnliche Probleme hinsichtlich der Pläne für die Wolfs- und Bisonpopulationen auf.

Darüber hinaus setzten wir uns auch gegen den geplanten Vistula-Spit-Kanal ein. Die Regierung will dort aus politischem Kalkül eine wunderschöne, wilde Küstenlandschaft zerstören. Das Projekt würde nicht nur der Umwelt und der lokalen Bevölkerung schaden, sondern ergibt auch wirtschaftlich betrachtet keinen Sinn. Um die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit auf die desaströsen Pläne zu lenken, wandten wir uns sowohl an die nationalen Medien als auch an die Europäische Kommission, damit sie überprüft, ob das Projekt gegen EU-Recht verstößt.

Um uns für einen besseren Schutz des Białowieza-Urwalds einzusetzen, nahmen wir an der Sitzung des UNESCO-Komitees in Aserbaidschan teil und drängten auf eine möglichst waldfreundliche finale Entscheidung. Im Sommer wirkten wir an zwei Veranstaltungen mit, die sich an lokale Gemeinden und TouristInnen in Białowieza richteten und die Wichtigkeit eines umfassenden Waldschutzes betonten. Daneben leisteten wir auch kontinuierliche politische und kommunikative Arbeit, um das Risiko neuerlicher Abholzung im großen Stil zu minimieren, nachdem es uns Anfang 2018 bereits gelungen war, die Zerstörung des Waldes zu stoppen.

Wälder in Rumänien


Volle Kraft gegen illegale Abholzung in Rumänien

Wie jedes Jahr veröffentlichte Greenpeace auch 2019 den einzigen umfassenden Report über die illegale Abholzung in Rumänien – mit erschreckenden Resultaten: Jährlich verschwinden aus den rumänischen Wäldern 20 Millionen Kubikmeter Holz ohne Belege dafür. Nur ein Prozent davon wird überhaupt von den Behörden dokumentiert. Die Verantwortlichkeiten sind aufgeteilt auf Forstwache, Bezirkspolizei und Gendarmerie, was die Erhebung der vollständigen Datenlage äußerst schwierig macht. Wir fordern daher vom Umweltministerium die Bereitstellung einer transparenten und laufend aktualisierten Datenbank, um die Aktivitäten aller Kontrollorgane an einer zentralen Stelle zusammenzuführen und so ein möglichst umfangreiches Gesamtbild der Abholzung zu bekommen.

Wir konnten aber auch einen wichtigen Etappensieg für unsere Urwälder verzeichnen: Basierend auf der von Greenpeace gemeinsam mit zwei Universitäten erarbeiteten Karte für potenzielle Urwaldgebiete in Rumänien definierte das Umweltministerium eine Fläche von 16.000 Hektar für die Aufnahme in den sogenannten Nationalen Katalog der Urwälder und den damit einhergehenden Schutz.

Im Sommer reagierten wir auf einen Hilferuf aus der Region Bukowina, wo eine Gemeinde mit der Holzmafia konfrontiert war. Es folgte eine offene Konfrontation mit den lokalen Holzmagnaten, doch die Behörden stellten sich hinter den korrupten örtlichen Forstverwalter.

Greenpeace ließ das nicht auf sich beruhen und organisierte gemeinsam mit zwei anderen Umweltorganisationen einen riesigen Protestmarsch, an dem über 5.000 Menschen in Bukarest und tausende in 20 anderen Städten, darunter Brüssel, London, Madrid, Zürich und Prag, teilnahmen. Insgesamt sammelten wir 60.000 Petitionsunterschriften, um Druck auf das Ministerium auszuüben und unsere Forderung nach einer zentralen Plattform zur digitalen Überwachung aller Holzeinschläge – legal wie illegal – zu verstärken. Sogar Schauspieler Leonardo DiCaprio wurde auf unsere Proteste aufmerksam und teilte unsere Inhalte auf seiner Instagram-Seite mit mehr als 44 Millionen Abonnenten!