Konsum

Mehr Kraft für Mehrweg


Der Einsatz gegen die Plastikflut ging 2020 in die nächste Runde. Gleich im Jänner führte Greenpeace eine Aktion beim Coca-Cola Werk im Burgenland durch, wo stündlich bis zu 300.000 Einwegflaschen vom Band laufen: AktivistInnen bauten ein symbolisches Abflussrohr auf, aus dem sich ein Strom aus Plastikflaschen ergoss. Nach einer E-Mail-Aktion, bei der innerhalb weniger Tage über 10.000 Menschen Coca-Cola zum Umdenken aufforderten, kündigte das Unternehmen den Ausbau von Mehrwegflaschen an. Im Juli wandte sich Greenpeace an die Diskonter. Bei einer Aktion vor einer Salzburger Lidl-Filiale bauten AktivistInnen zwei riesige Einweg- und Mehrwegflaschen als Tore auf; so hatten KundInnen zumindest beim Eingang die Wahl, die Lidl im Geschäft nicht möglich macht. Inzwischen hat Lidl sich zu einem gesetzlichen Pfandsystem bekannt! 2020 trug auch die Unterstützung von Getränkeherstellern und Molkereien durch Greenpeace-Expertise Früchte: Es gibt bei Milch, Pflanzendrinks und Limonaden wieder Mehrwegalternativen in den Supermärkten. Der Druck geht auch politisch weiter. Nach einer E-Mail-Aktion für den Ausbau von Mehrwegverpackungen, an der Tausende teilnahmen, kündigte Umweltministerin Leonore Gewessler einen Drei-Punkte-Plan zur Reduktion von Plastik an. Weiterer Druck wird notwendig sein, um ihn gegen den Widerstand von Wirtschaftskammer und Handel durchzubringen, doch Greenpeace bleibt dran. Der Kampf gegen Einwegplastik hat Fahrt aufgenommen – und Greenpeace wird ihn weiter führen!

Orientierung beim Einkauf


Greenpeace hat auch 2020 beim Marktcheck das Angebot der größten heimischen Supermärkte regelmäßig unter die Lupe genommen. Bei den Sortimentsvergleichen prüft Greenpeace, wie umweltfreundlich das Angebot ist und richtet das Augenmerk auf besonders empfehlenswerte Produkte. Positiv beurteilt Greenpeace eine große Auswahl an Bio-Produkten und eine transparente Kennzeichnung als wichtige Einkaufshilfe.

Als Auftakt prüfte der Marktcheck zu Jahresbeginn Pflanzendrinks in Supermärkten. Greenpeace beurteilte, welche Drinks bio sind, woher die Rohstoffe kommen und ging den Auswirkungen der einzelnen Sorten auf die Umwelt nach.

Beim Marktcheck zu Honig im Mai war Greenpeace auf der Suche nach österreichischem Bio-Honig, der leider nicht in allen Supermärkten erhältlich ist. Kritik gab es für die Kennzeichnung: Bei den meisten Produkten ist nicht erkenntlich, woher der Honig kommt. Zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien zeigen aber, dass den KonsumentInnen österreichische Herkunft beim Honig sehr wichtig ist.

Erstmals hat sich der Greenpeace-Marktcheck im Juli die Naturkosmetik näher angeschaut – und zwar sowohl im Lebensmittelhandel als auch in Drogeriemärkten. Bei den Drogeriemärkten konnten hier vor allem DM und Müller überzeugen. Thema im November war Schweinefleisch und die Frage, welche Produkte bessere Haltungsbedingungen für die Tiere und gentechnikfreie Fütterung bieten. Ein eigener Einkaufsratgeber für Schweinefleisch informiert, was hinter den einzelnen Marken und Gütezeichen steckt. Positiv überrascht hat der hohe Bio-Anteil bei Kräuter- und Früchtetee im Dezember, weil hier mehr als 50 Prozent in Bio-Qualität vorhanden waren. Im Schnitt liegt der Bio-Anteil aller Produkte im Supermarkt nämlich bei etwa zehn Prozent. Nachzulesen sind alle Ergebnisse und das Abschneiden der Supermärkte auf nachhaltigkeit.greenpeace.at. „Supermarkt des Jahres“ wurde 2020 dank durchgehend guter Platzierungen bei allen Marktchecks Merkur. Interspar, 2019 noch Jahressieger, belegte knapp dahinter Platz zwei. Ziel des Greenpeace-Marktchecks ist die Verbesserung des Angebotes in den Supermärkten und mehr Auswahl an Produkten, die möglichst umweltschonend hergestellt sind. Dafür wird sich Greenpeace mit dem Marktcheck auch 2021 einsetzen.

Greenpeace deckt auf


In einer Recyclingfirma in Malaysia war kontaminierter, nicht verwertbarer Plastikmüll aus Österreich entdeckt worden. In enger Zusammenarbeit der GreenpeaceBüros in Wien und Malaysia gingen die KampaignerInnen der Spur von beiden Seiten nach. Mittlerweile ließ das Umweltministerium einen Teil des Mülls zur sauberen Entsorgung zurück nach Österreich holen.