Landwirtschaft

Gift für Mensch und Umwelt


Glyphosat ist das weltweit und auch in Österreich am häufigsten eingesetzte Herbizid. Es wird zu 90 Prozent in der in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch im öffentlichen Raum und im Garten verwendet. Glyphosat wird mit einer Reihe schädlicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt in Verbindung gebracht. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat bei Tieren als erwiesenermaßen krebserregend und beim Menschen als wahrscheinlich krebserregend ein. Die Umwelt leidet in mehrerlei Hinsicht unter dem Einsatz von Glyphosat. Das Pflanzengift schädigt Biodiversität, Böden und Gewässer. Greenpeace kämpft daher seit Jahren für ein Verbot von Glyphosat – und hat so den demokratischen Beschluss für ein nationales Verbot erreicht. Doch die ÖVP blockiert die Umsetzung: So wurde 2020 im Mai der Gesetzestext für ein österreichisches Glyphosat-Verbot der Europäischen Kommission zur Notifizierung vorgelegt. Von der EU-Kommission erfolgte darauf kein rechtlich bindender Einspruch, und somit könnte Österreich ein vollständiges Verbot umsetzen. Dessen ungeachtet erklärte das Landwirtschaftsministerium im September, die EU-Kommission hätte einem österreichischen Glyphosat-Verbot eine klare Absage erteilt. Die Umsetzung eines Glyphosat-Verbots wurde also unter Verweis auf falsche Tatsachen unterlassen. Greenpeace kritisiert diese Vorgehensweise und fordert die Realisierung des beschlossenen Total-Verbots. Es gibt eine weitere Möglichkeit, Glyphosat in Österreich zu verbieten. Nach Luxemburger Vorbild könnten allen glyphosathaltigen Produkten die Zulassungen entzogen werden. Dazu müsste Ministerin Köstinger lediglich die Bundesanstalt für Ernährungssicherheit (BAES) anweisen, dies zu tun. Wie eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie zeigt, wollen 93 Prozent der ÖsterreicherInnen ein Total-Verbot von Glyphosat. Und Greenpeace setzt sich weiterhin mit ganzer Kraft dafür ein.

Ökologische Schweinehaltung erkennen


90 Prozent der Schweine werden in Österreich auf EU-Mindeststandard gehalten. Sie leben auf zu wenig Platz, bekommen GentechnikSoja verfüttert und werden gegen EU-Recht durch Eingriffe wie Kürzen der Ringelschwänzchen an die unzureichenden Haltungsbedingungen „angepasst“. Das alles zeigt das Gutachten von Greenpeace und der Tierschutzombudsstelle Wien sowie zwei Tierschutzexpertinnen.

Auf den Schweinefleisch-Packungen in den Supermärkten ist davon jedoch wenig zu sehen. Die vielen Siegel und Marken, die sich auf den Produkten finden, schaffen auch nur bedingt Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten. Daher hat Greenpeace sowohl mit einem Marktcheck zu Schweinefleisch das Sortiment der Supermärkte analysiert als auch mit der Wiener Tierschutzombudsstelle einen umfassenden Gütezeichen-Guide für Schweinefleisch ausgearbeitet. Gängige Marken und Gütezeichen wurden anhand von zwölf Umwelt- und Tierschutz-Kriterien bewertet. Das Ergebnis: Konventionelles Schweinefleisch, auch mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel, erfüllt keines der Kriterien. Die sogenannten „Tierwohl“-Projekte erfüllen acht bis neun unserer Kriterien, und Bio-Marken zehn bis zwölf.

Greenpeace empfiehlt daher, am besten öfter zu Gemüse, Hülsenfrüchten und Co. zu greifen. Und wenn’s mal ein Stück Fleisch sein soll, dann am besten bio oder aus Tierwohl-Projekten der Supermärkte. Das schont die Umwelt und garantiert den Schweinen ein besseres Leben.

Ökologische Lebensmittel in Ungarn


Ein Fokus unserer Arbeit in Ungarn liegt seit Jahren darauf, für grünere Schulkantinen einzutreten. Diesbezüglichl unterstützten wir 2020 die größten öffentlichen Catering-Dienste darin, mehr lokale und ökologische Lebensmittel zu verwenden und so auf die Gesundheit der Menschen wie auf jene unseres Planeten zu achten.

In einem weiteren Schwerpunkt steht unsere Landwirtschaftskampagne in Ungarn in enger Zusammenarbeit mit der Biodiversitätskampagne. Greenpeace setzt sich für den Schutz der großen Seen wie dem Plattensee und dem Neusiedler See sowie der umliegenden Naturschutzgebiete ein. Da die Regierung Investitionen in diesen Regionen plant, fordern wir gemeinsam mit 70 weiteren NGOs die Regierung und die zuständigen Behörden auf, dabei den Schutz der Artenvielfalt und der Naturschutzgebiete zu gewährleisten.

Nachhaltige Landwirtschaft in Polen


2020 organisierten wir in Polen im ganzen Land Proteste, um gegen den Ausbau von Tierfabriken einzutreten. Wir starteten eine Recherche zu Geflügelfarmen und machten mit den gewonnen Daten auf die Folgen industrieller Viehzucht aufmerksam. Zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit über die Folgen von Fleischkonsum für Tier und Umwelt nahmen wir an der World Meat Free Week (dt. „Weltweite Woche ohne Fleisch“) teil und erreichten mit unserer Petition 44.000 Unterzeichnungen.

Weiteres Ziel unserer Kampagne ist es auch, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments davon zu überzeugen, für eine ökologische und tierfreundliche europäische Agrarpolitik zu sorgen. Mit Erfolg: Viele der polnischen Abgeordneten stimmten für umweltfreundlichere Lösungen. Ein wichtiger Startpunkt für zukünftige Zusammenarbeiten.