Pandemie und Umweltschutz

2020 war ein sehr spannendes Jahr für uns. Klima war endlich die Nummer eins in den Nachrichten. Weltweite Proteste und eine aktive Jugendbewegung gaben viel Auftrieb. Die neue EU-Kommission erklärte einen „Green Deal“ zum Schwerpunkt ihrer Amtszeit. Zudem weckten die schockierenden Bilder der brennenden Wälder rund um den Globus auch die Vorletzten auf. Darauf konnten wir aufbauen. Doch dann kam alles anders. Gerade durch den zerstörerischen Umgang mit Natur – Einschränkung der Lebensräume, Wildtierhandel, Massentierhaltung – wurde die Menschheit mit großer Wucht von COVID-19 getroffen. Ungeahnte Finanzmittel wurden in die Wirtschaft gepumpt und (fast leere) Versprechen eines „grünen Wiederaufbaus“, den übrigens 84 Prozent der ÖsterreicherInnen befürworten würden, gemacht.

Auch wir mussten unsere Arbeit in kürzester Zeit umstellen und unsere Umweltkampagnen aus den diversen Arbeitszimmern, Küchen oder Kinderzimmern führen, Planungstreffen via Videokonferenzen abhalten und unsere Aktionen völlig neu denken. Vor allem letzteres war eine Herausforderung. Wie blockiert man ein Ministerium, hängt ein Banner oder besetzt eine Mine mit einem Babyelefanten Abstand? Aber Flexibilität und Kreativität gehören zu Greenpeace wie Umweltschutz und Aktionen. Schon in der zweiten Lockdown-Woche konnten wir in Warschau eine große Klimademonstration mit Hologrammen durchführen, gefolgt von einer coronakonformen Blockade des Energieministeriums. In Bratislava blockierten wir sogar mit PartnerInnen parallel vier Ministerien, ohne eine einzige Sicherheitsbestimmung zu verletzen.

Sich an die Sicherheitsmaßnahmen zu halten ist dabei keine spielerische Herausforderung für uns, sondern ebenso dem Respekt vor der Gesundheit und dem Leben unserer AktivistInnen und der gesamten Bevölkerung geschuldet, genauso wie unser kompromissloser Einsatz gegen Umweltzerstörung. Denn es geht immer um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen und den Respekt vor der Natur.